Amod AGL 3080 trotz Macken empfehlenswert

Seit einigen Wochen nutze ich ausgiebig den NetFixer um meine Fotos mit Geodaten (im Wesentlichen Position und Höhe) zu versehen. Ich bin mit dem Gerät im Grossen und Ganzen zufrieden, möchte aber dennoch auf einige Macken hinweisen, mit denen man als Amod AGL 3080-Benutzer umgehen können muss …

1 – Positionsbestimmung mit Hindernissen

Für die Positionsbestimmung ist der Amod AGL 3080 auf ideale Verhältnisse, das heisst so freie Sicht wie möglich auf den Himmel, angewiesen – ansonsten findet keine Positionsbestimmung statt. In jedem Fall lange dauert die erste Positionsbestimmung nach dem Einschalten, man muss mit fünf bis zehn Minuten Wartezeit rechnen. Somit kann man den Amod AGL 3080 nicht völlig spontan verwenden, sondern schaltet ihn mit Vorteil 10 Minuten vor der geplanten Nutzung ein und legt ihn an eine Stelle, die einen hindernisfreien Empfang der Daten von den GPS-Satelliten ermöglicht.

2 – Energieversorgung mit Ärgernissen

Die Energieversorgung des Amod AGL 3080 erfolgt über handelsübliche AAA-Batterien oder -Akkus. Lästig ist dabei die Zahl von drei Batterien – einerseits weil Batterien und Akkus üblicherweise in gerade Zahl verkauft werden, andererseits weil es immer noch viele Akkuladegeräte gibt, die nur eine gerade Zahl von Akkus aufladen können.

Mit drei Akkus hält der Amod AGL 3080 meiner Erfahrung nach akzeptable 10 bis 15 Stunden durch. Unglücklich ist dabei aber, dass es keine sinnvolle Warnung gibt, wenn die Laufzeit der Akkus zu Ende geht. Mir ist es schon mehrmals passiert, dass ich den Amod AGL 3080 für ein paar Minuten nicht kontrollierte und dann plötzlich feststellen musste, dass er sich infolge fehlender Energieversorgung abgeschaltet hatte … man muss entsprechend darauf achten, den Amod AGL 3080 nie an der Grenze seiner Laufzeit zu betreiben, regelmässig den Status der Energieversorgung zu prüfen und immer Ersatz-Batterien oder -Akkus dabei zu haben.

3 – Wetterfestigkeit mit Mängeln

Der Amod AGL 3080 ist genügend robust gebaut, aber leider nicht wasserdicht – selbst bei Spritzwasser ist Vorsicht geboten … bei nassen Verhältnissen kann dies ein Problem darstellen, da man den GPS-Logger schützen, aber dennoch den GPS-Empfang sicherstellen muss.

4 – Einstellungsmöglichkeiten mit Einschränkungen

Im Bezug auf den Zeitabschnitt zwischen aufgezeichneten Punkten kennt der Amod AGL 3080 lediglich drei Einstellungsmöglichkeiten: 1 Sekunden, 5 Sekunden und 10 Sekunden. Wer weniger oft Punkte aufzeichnen möchte, kann den Amod AGL 3080 nicht verwenden.

Amod AGL 3080 empfehlenswert?

… trotz diesen Macken bleibt der Amod AGL 3080 empfehlenswert, denn hat der GPS-Logger erst einmal seine Position nach dem Einschalten gefunden, erfolgen die Aufzeichnungen zuverlässig. Am Mac lässt sich der Amod AGL 3080 ausserdem ohne weitere Software nutzen – man kann das Gerät direkt per Standard-Mini-USB-Kabel an den Mac anschliessen und auslesen. Da iPhoto ’09 keine direkte Unterstützung für GPS-Logger bietet, muss man danach weitere Software verwenden, doch steht dafür die halbwegs komfortabel und vor allem kostenlos nutzbare Kombination von GPSBabel und GPSPhotoLinker zur Verfügung.

Nützliche Weblinks zum Amod AGL 3080

Die aktuelle Kurzanleitung sowie Aktualisierungen für die Amod AGL 3080-Firmware findet man NetFixer. Viele nützliche Informationen rund um das Gerät findet man ausserdem im Forum von gpspassion.com.

Tipps zum Amod AGL 3080-Kauf

Bei Amazon.de ist der Amod AGL 3080 momentan für EUR 79.90 erhältlich (Amazon.de-Parterprogramm). Für Schweizer ist dieses Angebot leider nicht verfügbar, doch besteht eine attraktive Bestellmöglichkeit bei Semsons.com in den USA für aktuell USD 64.85. Die Versandkosten betragen zwar rund USD 30, was aber immer noch einen vorteilhaften Gesamtpreis von etwa CHF 120 ergibt – zumindest bei meiner Bestellung via Semsons.com fiel beim Import keine Mehrwertsteuer an! 🙂

24 Comments

  1. Heiko
    29. März 2009

    Zum Spritzwasserproblem würde mir nur einfallen, das Ding in ne transparente Plastiktüte zu stecken. Die Satellitenwellen schaffens ja auch durch ne Autoscheibe – wäre ein Test wert.

    Reply
  2. Martin (MacMacken)
    29. März 2009

    @Heiko:

    Zum Spritzwasserproblem würde mir nur einfallen, das Ding in ne transparente Plastiktüte zu stecken. Die Satellitenwellen schaffens ja auch durch ne Autoscheibe – wäre ein Test wert.

    Ja, das funktioniert problemlos … je nach Material funktioniert auch das Verstauen in der Jackentasche, aber man muss es ausprobieren.

    Reply
  3. Dennis
    30. März 2009

    Danke für den Bericht! Da ich auch kurz vor dem Kauf von einem GPS-Logger stehe .. da wir im Sommer eine Schiffsreise unternehmen werden, wollte ich eigentlich dafür nehmen.. hoffentlich funktioniert das Gerät gut auf See 😉

    Reply
  4. Martin (MacMacken)
    31. März 2009

    @Dennis: Diesbezüglich sehe ich kein Problem … ich verwendete den Amod AGL 3080 gestern im Privatflugzeug und die Aufzeichnungen erfolgten problemlos.

    Reply
  5. wasch
    31. März 2009

    wie loggt der denn? ist der mit der kamera verbunden und oder schreibt er sozusagen nur mit und man muss später wieder filtern? oder muss man bei dem ding auf einen knopf drücken?

    Reply
  6. Martin (MacMacken)
    31. März 2009

    wie loggt der denn? ist der mit der kamera verbunden und oder schreibt er sozusagen nur mit und man muss später wieder filtern? oder muss man bei dem ding auf einen knopf drücken?

    Nach dem Einschalten und einer ersten erfolgreichen Positionsbestimmung speichert der Logger die aktuelle Position alle 1 bis 10 Sekunden, je nach Konfiguration. Die Daten werden in eine Textdatei nach NMEA-Standard geschrieben, die man via USB auslesen und weiter verarbeiten kann – zum Beispiel um damit Fotos mit Metadaten zu versehen, aber auch für beliebige andere Zwecke. Ich nutze den Logger beispielsweise um meine privaten Flüge aufzuzeichnen.

    Das Gerät verfügt über zwei Knöpfe: 1 x Ein-/Aus-Schalter und 1 x um die aktuelle Position gezielt zu erfassen. In der Kurzanleitung findest Du Angaben dazu:

    http://www.stroica.com/fehlerhafte-links/

    Reply
  7. wrzlbrnft
    31. März 2009

    Auch ich nutze seit Oktober 2008 den Amod. Meine Erfahrungen sind ähnlich, mit folgenden Empfehlungen.
    Zur Zuordnung von Photodaten ohne Formatwandlung eignen sich besonders HoudahGeo ($ 30,00) oder PhotoGpsEditor, der insbesondere bei Zeitdifferenzen zwischen Kamera und Amod zu empfehlen ist (Donationware).
    Zur Logon-Zeit: Meine PDA-Navigation ist auch nicht schneller.
    Zur baatterie-Lebensdauer: Bei Tagestouren immer Ersatzbatterien griffbereit halten.

    http://www.stroica.com/fehlerhafte-links/

    Reply
  8. Martin (MacMacken)
    1. April 2009

    Kann allenfalls jemand eine Software zum Visualisieren von GPS-Daten auf dem Mac empfehlen?

    Reply
  9. chrjue
    6. April 2009

    Nutze den AMOD auch. Die Macken kann ich bestätigen, mit folgenden Ergänzungen:

    1. Vor dem Batteriewechsel sollte man die Kiste ausschalten, ansonsten geht (zumindest mir zuletzt) der Track verloren – ärgerlich!

    2. Als Software fürs Vertaggen habe ich einiges getestet, am besten komme ich mittlerweile mit myTracks (http://mytracks.sourceforge.net/) zurecht, habe den Autor auch schon Verbesserungsvorschlägen genervt. Ein Spaß ist das Ganze aber immer noch nicht, die Eingabe von Zeitdifferenzen ist sehr umständlich. Am besten komfortabel mit geotagalog (http://calftrail.com/geotagalog) Zeitdifferenz ermitteln, merken und in den anderen Programmen manuel eintickern.

    3. Der Punkt mit dem Einschalten stimmt: Am besten unter freiem Himmel ein paar Minuten irgendwo hinlegen, bis er die Position findet, danach gibt’s auch in der Hosentasche keine Probleme mehr.

    4. Von der Firmware gibt’s mittlerweile zwei Versionen, einmal mit und einmal ohne „On-Track-Modus“. Für Geotagger soll die zweite Variante besser sein, wobei die Begründung meine Horizont übersteigt.

    5. Zur Anzeige der Tracks ist Google Earth super.

    7. Nicht vergessen die Geotagging-Funktion auch in iPhoto zu aktivieren http://www.stroica.com/fehlerhafte-links/.

    P.S.: Plane dazu eine kleine Artikelserie auf meiner Homepage, ist ja doch sehr komplex die ganze Sache…

    Reply
  10. katleen
    7. April 2009

    Also ich habe seit neustem den Columbus V-900 GPS Logger,
    dieser bietet von Hause aus eine sehr einfach zu bedienende MAC OS Software.Außerdem einen SD-Speicherslot sowie eine Funktion der Sprachaufzeichnung. Auf eine 2 GB Speicherkarte (MicroSD), kann man bis zu 25 Millionen Wegpunkte aufnehmen. Ich kann das Gerät nur sehr empfehlen! Bin begeistert! Bisher konnte ich keine Negativpunkte feststellen. GPS Empfang durch MTK sehr gut. Gruß

    Weitere Informationen: http://www.columbus-gps.de

    Katleen

    Reply
    • Gerd
      1. Juli 2009

      Hört sich gut an….ist das jetzt immer noch so?

      Ist die Bedienung etc. wirklich „so Mac-like“….Ich möchte eigentlich nur „mitprotokollieren“, wo ich die Bilder gemacht habe, da manchmal in meinem Alter doch das Gedächtnis etwas nachlässt…

      Also: immer noch gut und empfehlenswert?

      Danke schon mal für ne Antwort!

  11. Vertrackt: Geotagging für Anfänger - Teil 2 - CJuergens.de
    10. April 2009

    […] Hersteller bis zu 25 Millionen Speicherpunkte. Nicht schlecht. Erste Benutzer sind schwer von ihm angetan, Tests sind in Vorbereitung. Jobo […]

    Reply
  12. Martin (MacMacken)
    14. April 2009

    @chrjue:

    Am besten komfortabel mit geotagalog (http://calftrail.com/geotagalog) Zeitdifferenz ermitteln, merken und in den anderen Programmen manuel eintickern.

    … mit dem Nachteil, dass Geotagalog kostenpflichtig ist (knapp UDS 20).

    4. Von der Firmware gibt’s mittlerweile zwei Versionen, einmal mit und einmal ohne “On-Track-Modus”. Für Geotagger soll die zweite Variante besser sein, wobei die Begründung meine Horizont übersteigt.

    «Static Navigation» lautet das relevante Stichwort – einige nützliche Angaben dazu findet man unter http://www.etenblog.com/2007/11/20/static-navigation-explained/.

    5. Zur Anzeige der Tracks ist Google Earth super.

    Google Earth ist ein Anfang, aber ich hoffe aber spezialisierte Software mit mehr Komfort … mal sehen! 🙂

    Reply
  13. Martin (MacMacken)
    14. April 2009

    @katleen:

    GPS Empfang durch MTK sehr gut. Gruß

    Wofür steht MTK?

    Reply
  14. Ahee
    9. Mai 2009

    Hallo!
    Herzlichen Dank MacMacken für deinen extrem informativen Bericht!
    Ich überlege mir ebenfalls den Amod zu kaufen. Ausschlaggebend ist, dass er direkt als Festplatte erkennt wird und das sogar unter Mac.
    Folgende Frage oder Bitte könnte mir jemand ein Sample File zu schicken, wie es direkt aus dem Gerät kommt? Ich bin zur Zeit an einem Programm, dass die Daten dann weiterverarbeiten soll und würde gerne kurz schauen wie die Datei so aussieht. Herzlichen Dank und freundliche Grüsse

    Reply
    • Martin (MacMacken)
      9. Mai 2009

      Bitte könnte mir jemand ein Sample File zu schicken, wie es direkt aus dem Gerät kommt?

      Klar … nachfolgende Datei stammt vom 23. April 2009, die aufgezeichneten Metadaten stammen aus der Schweiz in der Region zwischen Linthebene und Bodensee:

      GPS_20090423_062134.log

      Wichtig: Die Dateierweiterung lautet .log, doch handelt es sich um Metadaten im NMEA-Format.

      Ergänzend die gleiche Datei nach Umwandlung ins .kml-Format (für Google Earth, usw.):

      GPS_20090423_062134.kml

    • Ahee
      9. Mai 2009

      Wow. Ging ja schnell! Herzlichen Dank! Ist ja ganz in der Nähe meiner Heimatstadt (St. Gallen) 😉

      Merci vielmal und schönes Wochenende

      Gruss Andras

    • Martin (MacMacken)
      9. Mai 2009

      Der Track führt sogar direkt über St.Gallen – ebenfalls ein schönes Wochenende!

  15. Ahee
    20. August 2009

    Habe inzwischen ein Amod 3080 gekauft. (Ebay USA)
    Verwende es in Kombination mit TrailRunner (für BikeTouren) und Lightroom & HoudahGeo (Fotos). Funktioniert für meine Anwendungen sehr gut. Bin sehr zufrieden.

    Beim Anstecken an meinen MacPro ist er dann jedoch kaputt gegangen. Er zeichnete zwar noch auf, aber wurde nicht mehr gemountet.
    Ich habe direkt mit Amod Kontakt aufgenommen und muss sagen, der Service war unglaublich gut. Immer die selbe Kontaktperson.
    Da ich unbedingt die aufgezeichneten Daten retten wollte, schlug er mir vor das Gerät per DHL (bezahlt von Amod) nach Taipeh zu schicken.
    Der Empfang / Reparatur in Taipeh wurde per Email bestätigt und wieder per DHL zurückgeschickt. Alle gespeicherten Tracks wurden recovered und wieder auf das funktionierende Gerät aufgespielt.
    Und alles gratis. Also wirklich Topservice. Völlig unkompliziert und freundlich.

    Nur so als Feedback.

    Reply
    • Martin (MacMacken)
      20. August 2009

      Vielen Dank für diese erfreuliche Rückmeldung! 😀

  16. Lukas
    2. September 2009

    Habe mir selber den Columbus V-900 gekauft wegen der Stand-By Zeit von bis zu einem Monat und der Sprachaufzeichnung, da ich sehr vergesslich bin. Bin von diesem kleinen Designer-Logger sehr begeistert und kann Ihn jedem weiter empfehlen. Einfach zu bedienende Mac Linux Win Software. Und dann noch 25 Millionen Wegpunkte. Super Gerät… Infos http://www.columbus-gps.de

    Reply
  17. Martin (MacMacken)
    25. Oktober 2009

    Nachtrag per Kommentar:

    Inzwischen ist Firmware-Version 2.3 verfügbar, allerdings gemäss Release Notes lediglich mit einer marginalen Änderung:

    Improve the rate of this condition that three leds would flash at the same time during startup AGL3080 device.

    http://www.stroica.com/fehlerhafte-links/

    Reply

Leave a Reply