VLC auf dem Mac in Schwierigkeiten

Im DeimHart-Podcast über Mac und Open Source erwähnte ich unter anderem den VLC Media Player. Leider verlief die Mac-Entwicklung von VLC in den letzten Monaten nur noch sehr schleppend und es traten zunehmend Probleme auf, so dass sich die VLC-Entwickler nun veranlasst sahen zu verkündigen, dass VLC auf dem Mac weiterhin am Leben sei …

VLC for Mac death is „greatly exagerated“

… doch besteht offensichtlich ein Mangel an Entwicklern …

We have a kind of lack of manpower on the current Mac interface of VLC.

The VLC core (in C) and most other plugins work pretty fine, but the OS X GUI (1% of the code of VLC) is not really maintained. It is in Objective-C.

That explains the issues you have seen in latest version of VLC 1.0.x on mac, and the drop of 64bits version in 1.0.3

… ähnlich wie schon vor einiger Zeit bei Audacity. Daneben scheint Apple die Entwicklung von VLC zu behindern, wohl um die eigene QuickTime-Software zu fördern …

Finally, we have a few issues, since Apple doesn’t want us on the Mac platform and is blocking us a lot, and refuses to explain why.

… wer VLC auf dem Mac unterstützen möchte, kann spenden oder sich selbst an der Entwicklung beteiligen – ich spiele Videodateien primär mit VLC ab und hoffe entsprechend, dass die Entwicklung der Mac-Version weitergeht! 😐

Wieso bekunden VLC und viele andere Open Source-Projekte auf dem Mac derart grosse Mühe? ❓

24 Comments

  1. Dirk Deimeke
    18. Dezember 2009

    Die Blockade zeigt meiner Ansicht nach, dass Open Source Software mittlerweile von Herstellern kommerzieller Closed Source Software (wie beispielsweise Apple) als Gefahr wahrgenommen wird.

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  2. Bruno
    18. Dezember 2009

    Vielleicht alles nur eine Ausrede?

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  3. Dirk Deimeke
    18. Dezember 2009

    @Bruno: Die Software läuft auf zig Plattformen, waum sollten sie bei Mac OS X eine Ausrede benutzen?

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  4. Martin (MacMacken)
    18. Dezember 2009

    VLC ist auf dem Mac vor allem interessant, weil mehr Formate unterstützt werden als standardmässig mit dem QuickTime Player abgespielt werden können – «standardmässig», denn mit Perian (ebenfalls Open Source) kann auch der QuickTime Player die meisten relevanten Formate abspielen, so dass VLC nicht nur durch Apple allenfalls behindert, sondern auch durch Perian konkurrenziert wird.

    http://perian.org/

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  5. Rafael
    18. Dezember 2009

    Wie soll den Apple bitte sehr die Entwicklung unter Mac OS X „blockieren“? Das ist doch kein App Store.

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    • Martin (MacMacken)
      18. Dezember 2009

      Ein Beispiel dafür ist das «Snow Leopard»-Apple Remote-Problem, wozu es im VLC-Forum unter anderem heisst:

      As you can see by searching the forums at apple.com or by browsing the web with google, this is a generic problem. All applications developed by 3rd parties (meaning everything which is not iTunes or QuickTime Player) is affected by the issue, even MS Powerpoint and EyeTV.

      We have contacted Apple about this issue, but we didn’t receive any response yet. This remained unfixed for Mac OS X 10.6.1, so we hope to have it fixed in a future Mac OS X release. There is little that could be changed in VLC, as the API’s „exclusive mode“ is no longer exclusive as said by Queue2.

    • Rafael
      18. Dezember 2009

      Sorry, aber die Apple Remote kann nur via „Private Framework“ angesteuert werden. Wenn man private Teile eines Frameworks benutzt, muss man sich der Risiken — welches Inkompatibilitäten bei Updates nun einmal sind — bewusst sein. Das klingt eher wie eine faule Ausrede von seiten der VLC-Entwickler.

      So lange es Perian für Mac OS X gibt, bleibt VLC ein Nischenprodukt. Vielleicht gibt es aus diesem Grund mangelndes Interesse von Mac OS X Entwicklerseite?

      In meinen Augen ist das — wie bereits erwähnt — eine nette Ausrede, doch leider nicht die Schuld von Apple. Ein privates Framework heißt nicht umsonst „privat“.

    • Roger
      18. Dezember 2009

      Du findest es also OK, dass offiziell nur Apps von Apple die Apple Remote verwenden können?

      Ohne private Frameworks gäbe es viele der Apps, die Du verwendest, vermutlich gar nicht.

      VLC ist kein Nischenprodukt. Wie kommst Du darauf?

      Ausserdem: Du als Entwickler profitierst massiv von Open Source, schliesslich läuft vieles auf dem Mac nur dank Open Source. Sei froh, dass nicht alle ihre Software wie Du verkaufen, sonst könntest Du Dir die eigene Software vermutlich gar nicht leisten!

    • Rafael
      18. Dezember 2009

      Ob es OK ist oder nicht, ist ein anderes Thema.

      So viele Anwendungen verwenden private Frameworks außerdem nicht, du machst hier eine Überbewertung. Meistens sind es jedoch gerade die Kandidaten, die nach einem Systemupdate ihren Dienst verweigern und die Programmierer anschließend mehrere Wochen hinterher hinken.

      VLC ist sicherlich einer der bekanntesten Cross-Platform Video-Player überhaupt. Auf dem Mac ist er allerdings ziemlich sinnfrei – gerade aus dem Grund, weil es Perian gibt und dieser aufgrund der Realisierungsweise eine vielseitigere Verankerung in das OS bietet.

      Ich habe nichts gegen OSS, allerdings finde ich deine Aussage ziemlich übertrieben. Die meisten Entwicklertools, die ich nutze, werden von kommerziellen Firmen, wie z.B. Apple entwickelt, die den Quellcode freiwillig an die Open Source Community freigeben. Diese Firmen geben genau so freiwillig ihre Tools für potenzielle Entwickler frei. Doch das ist hier nicht das Thema.

      Wenn jemand private Frameworks benutzt, soll er sich nicht beschweren, dass etwas irgendwann nicht mehr funktioniert. Wenn ich nicht authorisierte oder sogar unter Umständen Fehler produzierende Teile in mein Auto, Haus oder sonstwo einbaue, darf ich mich im Nachhinein auch nicht beschweren, wenn der Motor kaputt geht oder der Keller voll Wasser steht. Dieser Risiken muss man sich bewusst sein, alles andere ist faule Ausrede.

    • Dirk
      20. Dezember 2009

      Im Forum klang das auch schon ganz anders. Da wurde offensichtlich jemand zurückgepfiffen!

      Apple: Liebe VCL-Jungs! Wenn Ihr Euch nicht sofort benehmt, verbannen wir Euch ganz!

  6. dasuxullebt
    18. Dezember 2009

    Solange VLC funktioniert unter Mac OS X, können die mir mit QuickTime den Buckel runterrutschen. Solange es unter Linux in ner VirtualBox funktioniert, würde ich das ebenfalls noch eher verwenden als QuickTime, denn ich mag QuickTime nicht.

    Wenn es unter Windows funktioniert (und das wird es wohl) kann man sicher auch was mit Wine hindrehen.

    Ansonsten hoffe ich dass VLC weiterhin funktioniert, aber es gibt auch gute Alternativen, zum Beispiel mplayer mit allen möglichen Frontends. Und ich hoffe einfach mal, dass ich mir bis es wirklich soweit ist dass VLC nicht mehr unterstützt wird ich wieder einen Non-Apple-Rechner haben werde.

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  7. Martin
    18. Dezember 2009

    Wie werden die denn konkret geblockt?

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    • Rafael
      18. Dezember 2009

      Sie werden gar nicht geblockt. Sie verwenden private Funktionen und beschweren sich, dass diese im Laufe der Zeit geändert werden. Dabei sind nur öffentliche Frameworks für die Benutzung nach außen hin offiziell freigegeben.

    • Martin
      18. Dezember 2009

      Okay, aber das ist ja ähnlich wie diese ganzen Schikanen auf dem iPhone, dass man keine Dateien ablegen kann und so weiter.

      Aber dass ein Programm nach einem Softwareupdate nicht mehr funktioniert hatte ich einmal mit dem WordPress-Flash-Uploader und einem Flash Update, sowie mit PDFlab und einem Jaba Update…

    • Rafael
      18. Dezember 2009

      Nein, das ist nicht zu vergleichen. Auf dem iPhone blockt Apple bestimmte Anwendungen. Unter Mac OS X bekommen es die VLC-Entwickler nicht hin möglichst zügig ein Kompatibilitätsupdate herauszubringen. Apple blockt bei letzterem absolut gar nichts.

    • Martin
      18. Dezember 2009

      Dass man bei Updates nicht mitzieht, ist in der Tat ein Problem der Entwickler. Genauso wie ich inzwischen mit Tiger oft dastehe und Programme einfach nicht laufen, MindNode zum Beispiel.

      Die Frage ist halt, warum die die API für die Fernbedienung nicht öffnen, denn schließlich muss man die ja inzwischen teilweise einzeln kaufen und braucht etwas motiviation dazu.

      Denn die Idee, dass nur die eigenen Programme laufen, können die bei mir knicken, dann hole ich mir eben eine Fernbedienung von einem ganz anderen Hersteller …

    • Martin (MacMacken)
      19. Dezember 2009

      Genauso wie ich inzwischen mit Tiger oft dastehe und Programme einfach nicht laufen, MindNode zum Beispiel.

      Auf dem Mac musst Du Dich leider daran gewöhnen, dass von vielen Anwendungen üblicherweise nur die neuste Mac OS X-Version sowie allenfalls noch die Vorgänger-Version unterstützt werden. Wer mit älteren Mac OS X-Versionen arbeitet, muss entsprechend auch mit älteren Versionen von Anwendungen vorlieb nehmen.

    • christian
      21. Dezember 2009

      Die Alternative dazu wäre das Vorgehen à la Microsoft Windows: Rückwärtskompatibilität um jeden Preis. Selbst private APIs werden auf irgendeine Art konstant gehalten, selbst wenn das die saubere Weiterentwicklung behindert.

      In http://www.joelonsoftware.com/articles/APIWar.html wird beschrieben, wie Windows 95 stets prüfen musste, ob das Spiel SimCity läuft. Wenn ja, änderte Windows sein Verhalten. 🙂

    • Martin
      19. Dezember 2009

      Gut, auf dem iBook habe ich halt nur Tiger, weil Leo mir da zu viel Leistung ziehen würde und mein altes PhotoShop nicht mehr läuft. Aber PPC ist ja so oder so nicht mehr lange hin. Muss man durch.

    • Martin (MacMacken)
      19. Dezember 2009

      Völlig legitim … 🙂

    • Martin (MacMacken)
      19. Dezember 2009

      http://www.macmacken.com/2009/11/17/doppelte-abspiel-taste-mit-vlc/ ist aus meiner Sicht ein Beispiel, zumal nicht nur VLC davon betroffen ist – anscheinend ermöglicht Apple nur eigenen Anwendungen die Zusammenarbeit mit der Apple Remote.

      Sobald das VLC-Diskussionsforum unter http://forum.videolan.org/ wieder verfügbar ist, kann man sich wieder über diese und andere Hürden von Seiten Apple informieren.

      (Das VLC-Diskussionsforum ist momentan nicht erreichbar, weil die zahlreichen Meldungen über die Probleme bei der Mac-Entwicklung zu mehr Besuchern im Forum geführt haben als die Forensoftware phpBB meistern kann.)

    • christian
      21. Dezember 2009

      Laut den Informationen unter http://www.osnews.com/story/22629/VLC_for_Mac_Death_Greatly_Exaggerated_ verweigert Apple nur, dass VLC auf http://www.apple.com/downloads/ auftaucht.

      Das ist wohl kaum ernsthaftes Blockieren einer Applikation. Download aus den zahlreichen anderen Archiven und direkt von der Webseite ist weiter möglich, die Applikation wird nicht am Ausführen behindert…

  8. h
    19. Dezember 2009

    Viele Formate können auch andere Player abspielen.
    Eine Alternative ist der MPlayer (mit Cocoa-GUI).

    Das besondere an VLC sind die Streamingfähigkeiten:

    Eine „Macmacken“.

    Apple bietet keine API zur Videbeschleunigung für Fremdsoftware an, wie unter Windows DXVA.
    Man legt wohl keinen Wert darauf oder will sogar Fremdsoftware bewusst davor aussperren.

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