Batterieladegerät und aufladbare Batterien von Apple

Seit einigen Tagen verkauft Apple ein Battrieladegerät für AA-NiMH-Batterien und bewirbt es gezielt zur Verwendung mit kabellosen Apple-Eingabegeräten wie dem Apple Wireless Keyboard – im Gegensatz zu iPhone, iPod Touch und iPad verfügen diese Geräte über wechselbare Batterien! 😀

Bild: Apple.

Auf den ersten Blick negativ fällt die Beschreibung des Battrieladegerätes auf – man könnte meinen, Apple hätte aufladbare Batterien erfunden und solche Batterien fänden bei Mac-Benutzern bislang keine Verwendung … ich zumindest verwende seit Jahren aufladbare Batterien, denn herkömmliche Batterien wären auf Dauer viel zu teuer. Apple betont in der Werbung den Umweltaspekt für aufladbare Batterien und wirbt mit einem angeblich 90 Prozent tieferem Verbrauch im Vergleich zur nicht direkt genannten Konkurrenz nach abgeschlossenem Ladevorgang. Noch umweltfreundlicher wäre allerdings, das Batterieladegerät nach erfolgtem Laden vom Stromnetz zu trennen … 🙄

Das Batterieladegerät gefällt durch seine kompakte Bauweise und die Möglichkeit, es platzsparend in Steckerleisten zu verwenden. Ansonsten sind die von Apple beschriebenen Funktionen – sofern eine solche Beschreibung überhaupt vorhanden ist – Standard bei «intelligenten» Ladegeräten. Preislich ist das Batterieladegerät mit CHF 39.00 in der Schweiz und EUR 29.00 in Deutschland wie üblich bei Apple eher hochpreisig angesiedelt, wobei der Preis durch die mitgelieferten sechs Batterien letztlich akzeptabel ist. In Amerika beträgt der Preis ohne Mehrwert- beziehungsweise Umsatzsteuer

Unerfreulich ist aus meiner Sicht, dass man mit dem Gerät maximal zwei Batterien gleichzeitig aufladen kann – mein Apple Wireless Keyboard der ersten Generation beispielsweise benötigt noch drei Batterien, dito mein GPS-Logger und andere Geräte, die ich mit aufladbaren Batterien verwende. Dabei können anscheinend nur Batterien in Mignon (AA)-Grösse geladen werden, die ebenfalls weit verbreitete Grösse AAA wird nicht unterstützt. Ob aufladebare Batterien ohne NiMH-Technologie geladen werden können, ergibt sich aus den bei Apple verfügbaren Informationen nicht – ebenso wenig wie technische Daten zu den mitgelieferten Batterien oder zur Ladedauer und Nutzungsdauer dieser Batterien. Die fehlende Belüftung deutet darauf hin, dass schnellem Laden Grenzen gesetzt sind, oder dass schnelles Laden auf Kosten der Lebensdauer der Batterien geht. Die Lebensdauer gibt Apple übrigens mit bis zu 10 Jahren an, bei «vorgesehener Nutzung», wobei Letztere nicht definiert wird. Die Ladekapazität von 80 Prozent nach einem Jahr basiert auf Lagerung bei Zimmertemperatur und mindestens einer Ladung …

Unerklärlich ist für mich, wieso Apple kabellose Eingabegeräte nicht von Anfang an mit aufladbaren Batterien ausliefert. Meine kabellose Logitech Maus beispielsweise wurde mit einer aufladbaren Batterie ausgeliefert und da ich die Maus per USB aufladen (und dabei gleichzeitig damit weiterarbeiten kann), musste ich die Batterie noch nie zwecks Laden oder Ersetzen entfernen. Schade auch, dass Apple das Aufladen per USB vergessen hat … dabei hätte Apple eine Stärke ausspielen können: Aufladbare Batterien à la iPhone, die man zwar nicht wechseln kann, die dafür aber umso leistungsfähiger sind.

Im Fazit sehe ich im neuen Batterieladegerät ein typisches Apple-Produkt: Ohne wesentliche Innovationen, aber sehr funktional im beschränkten Einsatzbereich und dabei etwas teuer. Alles andere ist Werbung, die man getrost vergessen kann … für Apple dürfte das Batterieladegerät vor allem als Produkt, das Mehrumsatz bei hoher Marge generiert, nützlich sein. Wer nun ein kabelloses Apple-Eingabegerät kauft, wird im Apple Store und anderswo ohne Zweifel gefragt, ob man dazu nicht gleich noch ein Batterieladegerät inklusive Batterien kaufen wolle.

Nachtrag

Ob aufladebare Batterien ohne NiMH-Technologie geladen werden können, ergibt sich aus den bei Apple verfügbaren Informationen nicht – ebenso wenig wie technische Daten zu den mitgelieferten Batterien oder zur Ladedauer und Nutzungsdauer dieser Batterien. Die fehlende Belüftung deutet darauf hin, dass schnellem Laden Grenzen gesetzt sind, oder dass schnelles Laden auf Kosten der Lebensdauer der Batterien geht.

Gemäss http://support.apple.com/kb/HT4275?viewlocale=de_DE dauert das Laden fünf Stunden, das heisst das Apple-Batterieladegerät unterstützt kein schnelles Laden. Gemäss dem gleichen Apple-Dokument kann das Batterieladegerät ausschliesslich zum Laden von NiMH-Batterien verwendet werden.

14 Comments

  1. iMarc
    2. August 2010

    Ganz Deiner Meinung, Martin.
    Allerdings erachte ich die fehlende Möglichkeit den Akku auswechseln zu können zumindes beim iPhone als nicht so problematisch. Die Halbwertzeit desselbigen unterschreitet die Lebensdauer der Akkus bei weitem. Und dann wandern die Dinger eh in den Mülle, oder?

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    • Martin (MacMacken)
      2. August 2010

      Ich habe Apple-Hardware noch nie entsorgt, sondern jeweils weiterverkauft.

      Ich sehe das Problem nicht in der Akku-Lebensdauer, sondern im Zwang zum erneuten Aufladen bei einem leeren Akku. So ist es beispielsweise nicht möglich, das iPhone auf einer zweitägigen Bergtour als GPS-Gerät und Fotokamera zu nutzen, weil dafür ein Ersatzakku notwendig wäre … und auch sonst muss man jeweils darauf achten, seinen Akku nicht unnötig zu strapazieren, falls man telefonisch erreichbar bleiben möchte. Im Alltag geht es auch ohne, aber man muss bei intensiver Nutzung für mein Gefühl zu häufig nachladen.

  2. Ben
    2. August 2010

    Wenn ich das richtig verstanden habe, sind es nicht 10% weniger, sondern 10% – also 90% weniger.

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  3. Zaratustra
    2. August 2010

    Ich finde, das Ladegerät ist so viel Aufmerksamkeit nicht wert. Ein sehr schlichtes Teil mit schönem, passendem Design. Wer auch sonst mit AA Batterien/Akkus zu tun hat, ist sicher besser beraten ein ordentliches Gerät zu kaufen.
    Ich denke mal die Umweltfrage und der Vergleich zu Batterien sind eher für den amerikanischen Markt geschrieben. Die meisten Haushalte hier dürften schon ein Akkusystem haben.
    Die AA Batterien in den Eingabegeräten finde ich auch nicht die beste Lösung. Optimal ist ein eingebauter Akku, der über USB aufgeladen werden kann. Ein Austauschen von Hand sollte nicht nötig sein.

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  4. Morten
    2. August 2010

    Ein BT-Gerät über USB zu laden… :rolleyes:
    Sehr sinnvoll!

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    • Sebbl
      2. August 2010

      Nein, besser über BT laden, nicht? -.-

    • Martin (MacMacken)
      2. August 2010

      Ja, das ist sinnvoll – denn bei der erwähnten Logitech-Maus kann ich so während dem Laden per USB-Kabel weiterarbeiten … beim Laden in einem externen Gerät hingegen müsste ich auf die Nutzung der Maus während der Ladezeit verzichten.

      Kabelloses Laden von Akkus wäre selbstverständlich die komfortabelste Lösung, fristet bislang aber noch ein Nischendasein.

  5. flexo
    2. August 2010

    Also mit 6 NiMH Akkus finde ich 39 Franken nicht viel.
    Der tiefe Standby-Strom ist sehr wichtig und gut. Klar ist Aussziehen besser, nur macht das die Mehrheit nicht und deshalb leuchtet es in den Wohnzimmern wie an Weihnachten 😉 Wenn man also davon ausgeht, dass die Benutzer zu faul sind, muss man eben bei der Elektronik beginnen. Dies ist eigentlich allen Herstellern vollkommen egal, hauptsach die Schaltung ist günstig.

    Man rechnet mit 5%-15% vom Stromverbrauch ist nur Standby im Haushalt.

    Leider leider ist dies auch bei Stromverbrauchern wie Kühlschränken und Kühltruhen der Fall. Der Kunde achtet nur auf den Kaufpreis und vergisst die Folgekosten. So ist das Schnäppchen nach 2-3 Jahren Gebraucht unter Umständen teurer. Der Mensch ist sowieso sehr Kurzsichtig wenn er die Folgen nicht direkt sieht wie z.B. beim Rauchen -> ach, micht trifft es schon nicht. Würde man nach jedem 50 Zug sterben würde wohl keiner in der Raucherecke seine Ziggi weiterpaffen wenn der links umfällt 😉 Jetzt bin ich aber weit weg von den NiMH 😀

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  6. Stefan
    4. August 2010

    Welche Art „aufladbare Batterien ohne NiMH-Technologie“ gibt es denn, die wirklich eine Rolle spielen? NiCd ist (zum Glück) inzwischen tot, und die aufladbaren Alkalines spielen keine wirklich große Rolle (mehr). Und einen Bleiakku haben IT-Geräte typischerweise ja auch nicht 😉

    Immerhin scheinen die mitgelieferten Akkus welche der neuesten Generation zu sein, nämlich mit geringer Selbstentladung (die ersten davon waren die Sanyo Eneloop, inzwischen haben verschiedene Anbieter sie im Programm). Das ist ein echter Fortschritt, denn früher konnte man sich keine vorgeladenen Akkus auf Lager legen: wenn sie gebraucht wurden, waren sie garantiert schon wieder entladen…

    Negativ beim Apple-Ladegerät sehe ich, dass es nur zwei Ladeplätze gibt, und dass keine AAAs geladen werden können. Da bleibe ich also einfach weiter bei meinem alten Ansmann Powerline 4, das vier AA- oder AAA-Zellen lädt, auch Eneloop. Und wenn ich es nicht brauche, stöpsel ich es aus.

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  7. AssetBurned
    5. August 2010

    Hmm ich hab mir schon vor längerer zeit ein sony ladegerät (typ BCG-34HLD) gekauft das über den üblichen rasierer stecker mit strom versehen wird. der gleiche stecker der auch letztlich bei den apple duck heads zum einsatz kommt und die passen! wunderbar so brauche ich mir keine neuen adapter stecker zu keufen wenn ich mal in urlaub fahre sondern kann die stecker benutzen die ich für mein iPod ladegerät eh mitnehme. Das ich damit gleichyeitig 4 batterien vom typ AA oder AAA (beliebig kombinierbar) laden kann ist da noch nen nettes gimmick.
    Was ich allerdings nicht verstehe ist warum da jetzt doch wieder duck heads zum einsatz kommen. wird doch bei einigen aktuellen apple ladegeräte auf diese durchaus positive funktionalität verzichtet.

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  8. AssetBurned
    5. August 2010

    ist die frage nicht interessanter warum apple kein touchpad raus bringt das man an den USB port der tastatur anschließen kann?

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  9. Macianer
    8. August 2011

    Hallo an alle

    Habe mir jetzt das Apple Batterieladegerät gekauft.
    Ich finde es nicht schlecht und vor allem: Wenn ich mir jetzt 6 Akkus kaufe (in dieser Qualität – sind ja Eneloop Akkus von Sanyo) und noch ein Ladegerät dazu, komme ich auf deutlich mehr als 29€

    Ich hatte vorher in meiner Magicmouse Duracell-Akkus mit 2500mAH welche sich aber schnell von selbst entluden und ich auch nie aufgeladene Akkus parat halten konnten(außer sie stecken immer im Ladegerät, was ich auch nicht wollte).

    Bin jedenfalls mehr als zufrieden mit dem Apple-Ladegerät.
    Gute Akkus und (was typisch Apple ist) – das Design ist auch toll

    Gruß
    Macianer

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  10. AssetBurned
    9. August 2011

    hmm na da sehe ich mich doch auch mal zu nem update genötigt.
    Ich hab inzwischen auch die Magic Maus und (weil bei Amazon es gerade im set günstig war) auch das das induktions set dazu und muss sagen es ist eigentlich ne gute Kombination nach getaner Arbeit einfach die maus aufs ladepad und fertig. schlecht nur das der iMac die USB ports ausschaltet wenn er abgeschaltet wird.

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