Tückische HD-Videobearbeitung am Mac

Nachfolgend nochmals ein Leserbeitrag von Wolfgang Metzger – vielen Dank! 🙂

Vor kurzem kaufte ich mir eine HD-Videokamera von Panasonic, Preisbereich 500 EUR. Sehr erfreut war ich, dass ich die Filme direkt in iMovie importieren konnte. Gleich ging ich dran, den Film zu schneiden, betiteln, etc., was mit iMovie ja wirklich Spaß macht. Dann „Bereitstellen -> iDVD“. Macht auch wieder viel Spaß. Doch dann die große Enttäuschung:

Die erstellte DVD hatte eine schlechtere Qualität als meine früheren Werke mit der PAL-Kamera.

Ich stellte fest, dass die Filme von iMovie in 960 Pixeln Breite nach iDVD übertragen werden, nur um sie dann in die Pal-Auflösung von 720 Pixeln Breite umzurechnen. Dass da nichts gutes dabei heraus kommen kann, kann man sich ja vorstellen. So ein Mist!

Die Lösung: Die Schnittliste als XML in Final Cut Express übertragen, dort fast alle Effekte und Titel neu machen und feststellen, dass man dort nicht mehr von intuitiver Videobearbeitung sprechen kann.

Andere Lösung: Aus iMovie die Filme in 1280er-Auflösung exportieren und manuell in iDVD importieren, wodurch die Qualität wenigstens etwas besser wird.

4 Comments

  1. Docspinelli
    1. Oktober 2010

    Es gibt einige mögliche Gründe, warum das DVD Ergebnis scheinbar schlechter als von einer PAL Kamera sein kann.

    Wie lang ist Das fertige Projekt? (brennt man auf eine single-layer DVD und das Projekt ist zu lang, wird automatisch stärker komprimiert. -> Qualitätsverlust.

    Schaust Du die DVD auch im gleichen „Workflow“ wie vorher? -> gleicher Player, gleiche Anschlusswege, Gleiches TV-Gerät?

    Kannst Du nicht evtl. statt auf eine DVD zu gehen lieber die Filme als Dateien – in voller (Pixel)Auflösung wie das geschnittene Original wiedergeben? -> hier kann man auch besser von aktuellen HD Bildschirmen profitieren. Manche Geräte lassen das Betrachten einer Videodatei direkt vom USB-Stick zu…

    Ansonsten wären hilfreich: Welche iMovie Version genau?, Welche Optionen beim importieren und exportieren wurden gewählt? Welche Einstellung bei iDVD.

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  2. Arno Nym
    10. Oktober 2010

    Das ist keine Macke. Eine standardkonforme DVD hat nunmal keine HD-Auflösung. Und hiervon gehen die Apple-Tools nunmal aus, wenn man eine ’schnöde‘ Video-DVD erstellen möchte. Daher die Umrechung auf PAL-Auflösung. Aber schlechter sollte die Qualität nicht sein, es sei denn die Ausgangsqualität der HD-Kamera hängt bereits im Vergleich zur alten Cam hinterher. Zumal sich beim Downsampling ein Qualitätsfaktor niederschlägt. Unter der Vorraussetzung Apple nutzt hier einen adäquaten Encoder.

    Wenn iMovie und iDVD cool wären, würden sie eine Option anbieten, die erlaubt den zu verwendenen Standard auszuwählen wie es jedes bessere Programm auch macht. Aber vielleicht sprängt genau dies das Konzept von „It just works realy simple“. Eine DVD nicht selbstverständlich in PAL zu erstellen würde ja bedeuten, es könnte für den unbedarften Nutzer mit geringer Medienkompetenz mal etwas eben nicht funktionieren.
    Möglichst einfach und hohe Qualität in einem Bereich wo unzählige Standards dominieren ist halt eine ordentliche Gretsche. Es ist also nicht verwunderlich, dass iMovie und iDVD sich hier auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner treffen: PAL.
    Manchmal kann halt der Vorteil der iSuite, Einfachheit, zum Nachteil werden, nämlich genau dann, wenn man erweiterte Anforderungen hat, die iSuite nicht bietet.

    Man verlangt ja auch nicht von MS Paint ein Sepia-Filter über ein Foto legen zu können. 😉

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    • Wolfgang
      15. Oktober 2010

      Das ist mir auch klar, dass auf eine DVD kein HD-Film geht. Aber wenn ich einen Film vom HD-Format (1920×1080) in irgendein Format mit 960 Pixeln umrechne und das dann wieder in Pal (720 x 576) rechne, kommt eindeutig ein schlechteres Ergebnis heraus, als wenn ich HD direkt in PAL umrechne.
      Dieses Projekt war gerade mal ca 1 Stunde lang, was locker auf jede DVD passt. Und den ersten Qualitätscheck mache ich immer mit dem Apple DVD-Player.

    • Arno Nym
      18. Oktober 2010

      Das ist kein Wunder. Jede gängige Kompression ist verlustbehaftet. Das ist als würde man mit einem Kopierer eine Kopie einer Kopie anfertigen. Mit jedem mal wird der Verlust an Information größer. Daneben gibt es so viele Unterschiede in den einzelnen Verfahren und Profile, die sich gegenseitig negativ beeinflussen können.

      Beispiel: Ein GIF kann eine Farbtabelle von maximal 256 Farben beherbergen. Wird ein GIF als JPEG gespeichert, kann das JPEG die restlichen möglichen 16 Mio Farben nicht wieder herstellen. Das Bild bleibt mit maximal 256 Farben bestehen. Darüber hinaus baut der Algorythmus der JPEG-Kompression auf Fragmentierung einzelner Bildbereiche auf. Je nach Einstellung ist ein weiterer Verlust an Qualität stärker oder schwächer. Es ist aber immer ein Verlust vorhanden.

      Der Idealweg ist immer vom Ausgangsmaterial zum Zielformat zu kodieren.

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