Apple mit 42 statt 30 Prozent Umsatzbeteiligung im «App Store»

Im Zusammenhang mit dem «iTunes Store» beziehungsweise «App Store» ist üblicherweise von 30 Prozent Apple-Anteil am Umsatz die Rede – dabei gehen aber jeweils die Mehrwertsteuer sowie etwaige Wechselkursverluste «vergessen». Urs Bucher in seinem Weblog dazu:

[…] So erfuhren wir, dass Apple in der Schweiz, bei Ringier nicht 30% des Preises von kostenpflichtigen Apps kriegt, sondern aufgrund kreativer Euro-Umrechnungen, Mehrwertsteuer-Abzügen von 15% [die rechnungstellende Apple-Unit sitzt in Luxemburg, interessiert sich wenig für denl Schweizer MWST-Prozentsatz von 7.6%] freche 42%. Das nenne ich dann schon mal heftig. […]

Aus dieser Perspektive erscheint noch fraglicher, wieso das «Magazin» in digitaler ab sofort nur noch als kostenpflichtige iPad-App verfügbar ist.

10 Comments

  1. Asmus
    4. Oktober 2010

    …ist jetzt leider ohne Angabe jeglicher Details schwer nachprüfbar – gibt es auch Zahlen aus anderer Quelle zu dem Thema?

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    • Martin (MacMacken)
      4. Oktober 2010

      Das 70/30-Modell ist bekannt, die Luxemburger Mehrwertsteuer von 15 Prozent ebenfalls:

      Apple behält deshalb 40 und nicht 30 Prozent des Umsatzes ein, kommt aber für die Luxemburger Mehrwertsteuer auf – das Modell in Europa müsste damit eigentlich 60/40 genannt werden. Hinzu kommen aus Schweizer Sicht noch Wechselkursverluste, da Apple sich leider nicht an die tatsächlichen Wechselkurse hält, ähnlich wie im Apple Store für Endkunden.

      Das Problem aus Schweizer Sicht ist die hohe europäische Mindestmehrwertsteuer von 15 Prozent sowie der Wechselkurs CHF/EUR.

    • Mario
      4. Oktober 2010

      Du weißt aber schon, dass Apple die Mehrwertsteuer nicht behält und auch ans FA abführen muss? Außerdem können sich sicherlich auch Schweizer die Mehrwertsteuer in Luxemburg zurückholen – auch wenn das natürlich mit Aufwand verbunden ist und sich nur bei größeren Summen lohnt.

    • Martin (MacMacken)
      4. Oktober 2010

      Tipp: An der Quelle nachfragen, in diesem Fall bei Ringier oder zumindest im oben verlinkten Weblog von Urs Bucher.

    • Asmus
      4. Oktober 2010

      So, jetzt hab ich´s glaub ich verstanden: Für fast alle Entwickler aus EU-Ländern ist das ein guter Deal. Denn: die 15 Prozenz Umsatzsteuer in Luxembourg entsprechen dem EU-weit vereinbarten Mindestsatz. Würde jeder Entwickler das im Heimatland abrechnen, würden also fast alle was verlieren.
      Gut, die Schweiz ist jetzt natürlich ein Sonderfall mit 7,6 % USt; dass einem das als Entwickler auf die Nerven geht, sehe ich ein. Was aber die sogenannten kreativen Umrechnungskurs angeht, komme ich natürlich ohne konkretere Angaben nicht weiter (und nein, dafür die mir zu besorgen bist du nicht zuständig)… schade eigentlich, spannendes Thema 🙂
      Aber ehrlich gesagt: irgendwie müsst ihr Schweizer doch auch die EU unterstützen 😀

  2. Gonzo
    4. Oktober 2010

    Ich wünschte mir, ich wäre Luxemburg! Dann würde ich an jedem Verkauf des iTunes-Stores in Europa mit verdienen.

    Spaß beiseite:
    Greift die Rechnung mit der Umsatzsteuer für einen Unternehmer innerhalb der EU ebenfalls, oder kann ich als Unternehmer innerhalb der EU die Steuer gegenüber meinem nationalen Fiskus zum Abzug bringen?

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  3. Colin
    4. Oktober 2010

    Allerdings sollte man auch andere Komponenten nicht vergessen. So zahlt Apple auch einige % an Tradedoubler und andere, so das Homepage betreibern es durchaus Geld bringt in den AppStore zu verlinken. Ausserdem stellen die auch die Server bereit….oftmals kein Problem aber bei Programmen die mal kurzerhand 1GB gross sind und einige tausend mal geladen werden würde das ansonsten ein Vermögen kosten.
    Dann gibt es noch die Kosten für Kreditkarten und wenn Apple einen iTunes 10€ Gutschein verkauft werden die sicherlich keine 10€ dafür bekommen, ansonsten wären die vielen Aktionen kaum möglich. Bevor Apple kam musste man für eine Entwicklungsumgebung (Symbian, windows usw.) auch Geld bezahlen und meist nicht zu knapp….

    Kurz gesagt es bleibt oftmals eine „Milchmädchen“ Rechnung….

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  4. Jones
    10. Oktober 2010

    Habe euren Beitrag leider etwas zu spät entdeckt.
    Frage mich ob es wirklich so wenig iOS-Entwickler in der Schweiz gibt?
    Wusstet Ihr das bisher nicht? 60/40 ist ja noch mild ausgedrückt.
    Zusätzlich dürft Ihr nicht vergessen dass man noch „zusätzlich“ 30% Quellensteuern den USA bezahlen muss. Jedoch durch spezielle Gegebenheiten via Formular W8BE mit einer Employer Indentification Number (E.I.N) kann dies offiziell über die US Amerikanischen Behörde umgangen werden, jedoch muss man dann in seinem jeweiligen Herkunftsland eine doppelte Steuerrechnung vorweisen (sowie diese für die USA zugänglich machen).
    Ich könnte euch noch viele weitere Pikante Details verraten. Jedoch bin ich nicht euer Blogger sondern nur ein Kommentar.

    (wollte damit vermerken das 50/50 schon eine super Auszahlung darstellt, jedoch Netto noch einiges kleiner ausfällt)

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    • Martin (MacMacken)
      5. Dezember 2010

      Ich könnte euch noch viele weitere Pikante Details verraten. Jedoch bin ich nicht euer Blogger sondern nur ein Kommentar.

      Schade.

    • dr3do
      17. Januar 2011

      Schade.

      Full ACK!

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