GT-600-GPS-Logger in der MacMacken-Begutachtung

Mobile Action ist ein Unternehmen aus Taiwan, das unter anderem GPS-Logger unter der Marke «i-gotU» hergestellt. Mir wurde das Modell GT-600 zur Begutachtung zur Verfügung gestellt. Meine Begegnung mit dem GPS-Logger begann mit dem Öffnen der Blisterverpackung, in welcher der Logger mit Zubehör daherkommt – anders als die meisten solchen Verpackung liess sich diese erfreulicherweise ohne Schere und Verletzungsgefahr öffnen.

Das Gerät ist mit einer Grösse von 46 × 41,5 × 14 mm und einem Gewicht von 37 g sehr kompakt. Im Gerät stecken ein SiRF Star III-Chipsatz, der einen Kaltstart von unter 35 Sekunden erlauben soll, 64 MB Flashspeicher, ein Li-ion-Akku mit einer Kapazität von 750 mAh und als Spezialität ein Bewegungssensor.

Der Akku ist integriert und nicht wechselbar, so dass die Lebensdauer des Gerätes durch jene des Akkus beschränkt ist. Der Logger wird durch eine Plastikhülle geschützt, die leider Dreck und Staub wie ein Magnet anzieht; glücklicherweise kann man die Hülle problemlos entfernen.

Die Bedienung des Gerätes – im Wesentlichen Einschalten, Aufzeichnung starten und Ausschalten, erfolgen mit dem einzigen vorhandenen Knopf. Zwei LEDs, je eine in blau und rot, geben allein oder im Zusammenspiel Auskunft über den Status. Sie sind nur sichtbar, wenn sie blinken oder leuchten.

Zum Vergleich: Mein eigener GPS-Logger von Amod ist mit 60 × 19,8 × 14,7 mm deutlicher grösser und wiegt mit schätzungsweise 150 g auch spürbar mehr, die Speicherkapazität beträgt 128 MB. Der Grössen- und Gewichtsunterschied ergibt sich vor allem dadurch, dass der Amod AGL 3080-Logger mit wechselbaren AAA-Akkus versehen ist und nicht über einen fest integrierten Akku verfügt.

An Zubehör zum GT-600-Logger werden ein weisses USB–Kabel mit leider proprietärem Anschluss auf der Logger-Seite, ein graues Klettband zum Befestigen des Loggers und eine Mini-CD mit Software mitgeliefert – Letztere übrigens nur für Microsoft Windows, Linux und Mac OS X werden offiziell nicht unterstützt, zumal heutige Macs Mini-CDs bestenfalls schlucken, aber nicht lesen können. Das Klettband wirkt wenig wertig und muss an der Plastikhülle umständlich befestigt werden. In der Blisterpackung integriert ist eine Kurzanleitung in mehreren Sprachen, die eigentliche Anleitung findet sich auf der mitgelieferten Mini-CD als Microsoft Windows-Hilfsdatei oder online auf der Mobile Action-Website.

Die fehlende Mac-Unterstützung ist aus Mac-Perspektive ein ärgerlicher Versäumnis und erinnert an längst vergangene Zeiten. Glücklicherweise lässt sich dieses Problem dank dem freien «igotu2gpx»-Hilfsprogramm teilweise lösen. Das Linux- und Mac-Hilfsprogramm ermöglicht die Mac-USB-Verbindung zum GPS-Logger sowie die Übertragung von gespeicherten Tracks als Dateien im weit verbreiteten GPS Exchange (GPX)-Format, so dass man die Daten auf dem Mac weiter verwenden kann, beispielsweise in Verbindung mit Google Earth (via HoudahGPS) oder mit Fotos via GPSPhotoLinker.

Für die Konfiguration des GPS-Loggers hingegen muss man über eine eigene Microsoft Windows-Installation verfügen. Man kann den GPS-Logger zwar auch ohne weitere Konfiguration verwenden, aber je nach Nutzung ist es hilfreich, den Aufzeichnungsintervall und weitere Parameter einstellen zu können. In Parallels Desktop konnte ich den GPS-Logger mit einem virtuellen Microsoft Windows XP problemlos konfigurieren, mit Microsoft Windows 7 in der 64-Bit-Version hingegen kamen keine zuverlässigen USB-Verbindungen zustande. In dieser Hinsicht ist der oben erwähnte Amod AGL 3080-Logger vorteilhaft, denn die Konfiguration kann ausschliesslich über das Gerät erfolgen.

Weitere Möglichkeiten der mitgelieferten Software stehen ebenfalls nur unter Microsoft Windows zur Verfügung, beispielsweise die direkte Nutzung an einem Computer und nicht bloss die nachträgliche Verwendung der aufgezeichneten Geodaten. Persönlich kann ich darauf aber verzichten, zumal die Software in Microsoft Windows-typischer Manier daherkommt: Ästhetisch eine Beleidigung, in der Geschwindigkeit eher langsam, in der Bedienung unnötig kompliziert … 🙄

Zwischenfazit

Der GT-600-Logger von Mobile Action kommt sehr kompakt daher und verfügt über einen modernen GPS-Empfänger, der zuverlässige Ortungsleistungen verspricht – dazu mehr in mindestens einem weiteren Blogartikel. Ich kann jetzt schon verraten, dass der Logger zu Fuss, auf dem Fahrrad und in der Luft ordentliche Empfangsleistungen bietet und die Grösse erlaubt, den GPS-Logger in fast jeder Situation zu verwenden.

Aus Mac-Perspektive ist insbesondere die fehlende Mac OS X-Unterstützung bedauerlich, doch kann man dieses Problem mittels «igotu2gpx» teilweise und durch eine virtuelle Microsoft Windows-Installation vollständig lösen. Unnötig ist der proprietäre USB-Stecker auf der Geräteseite – dafür könnte und sollte man einen standardmässigen USB-Stecker verwenden … bei meinem eigenen GPS-Logger sind die wechselbaren Akkus Fluch und Segen zu gleich, so dass ich mir nicht sicher bin, ob der integrierte Akku beim GT-600-Logger Vor- oder Nachteil ist.

In der Schweiz ist der GT-600-Logger ab rund 90 Franken erhältlich, was in Deutschland 70 bis 75 Euro entsprechen würde. Bei diesem Preis – auch das kann ich verraten – ist das Verhältnis zur Leistung fair.

Für Anmerkungen, Fragen oder sonstige Rückmeldungen steht wie gewohnt die Kommentarfunktion zur Verfügung.

2 Comments

  1. Gerhard
    4. Mai 2011

    Ich brauche Hilfe
    Ich habe Windows XP und jetzt den GT 600 GPS Logger.
    Leider kann ich über -Where I Am – Keine Daten auf den PC laden. Verbindung
    ist da aber das Signal zeigt rot. Ich möchte über Google Mapp gerne Die Route ausdrucken.
    Über eine Antwort würde ich mich freuen

    Reply
    • Martin (MacMacken)
      4. Mai 2011

      Ich kann Dir bezüglich Microsoft Windows XP leider nicht weiterhelfen. Aber vielleicht findet sich zufällig ein anderer MacMacken-Leser, der weiterhelfen kann?

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