SUISA-Steuer: 30+ Rappen pro GB auf iPod, iPad und iPhone

Egal, was man auf einem iPod speichert – in der Schweiz müssen dafür Abgaben an die SUISA geleistet werden («SUISA-Steuer»). Seit dem 1. Januar 2011 gilt diesbezüglich der «Gemeinsame Tarif 4d 2011-2012», der im Vergleich zum Vorgänger etwas weniger hohe Vergütungen vorsieht und bis am 30. Juni 2012 gilt. Gemäss macprime.ch wurden die iPod-Preise im Schweizer «Apple Store» entsprechend angepasst, die übrigen Anbieter in der Schweiz dürften wie häufig mit Verspätung nachziehen, obwohl der neue Tarif bereits am 26. November 2010 publiziert wurde.

Die Vergütung beträgt für Audio-Geräte zwischen 70 Rappen (Speicherkapazität bis 4 GB) und 30 Rappen pro GB (Speicherkapazität über 32 GB). Für Geräte mit Audio- und Videounterstützung beträgt die Vergütung 10 Rappen pro GB bis zu einer Speicherkapazität von 250 GB, danach 25 Franken plus 8 Rappen für jedes 250 GB übersteigende GB. Für Geräte mit mehr als 32 GB Flash- oder mehr als 160 GB Festplatten-Speicher ist die Vergütung auf maximal 20 Prozent des vom Hersteller empfohlenen Gerätepreises beschränkt.

Ärgerlich bleibt, dass solche Vergütungen überhaupt geleistet werden – im besten Fall zahlt man für bereits gekaufte oder lizenzierte Musik ein zweites Mal, im schlechtesten Fall muss man für freie oder eigene Inhalte bezahlen … dito auch auf dem iPhone, wo die Vergütung gemäss dem «Gemeinsamen Tarif 4e 2010-2011» weiterhin 30 Rappen pro GB Speicherkapazität.

9 Comments

  1. iMarc
    5. Januar 2011

    Ich finde jetzt knapp 10 Fr. bei einem Gerät was ohnehin ca. 1000 Fr. kostet eher moderat, zumal die SUISA-Gebühren ja grösstenteils zweckgebunden verwendet werden (nicht so wie die MwSt., die um einiges höher ist).
    Ärgerlicher finde ich da schon, das die Geräte-Preise nicht an den aktuellen $-Kurs angepasst wurden. Da verdient sich jemand noch ne goldenere Nase als eh schon..

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    • Martin (MacMacken)
      5. Januar 2011

      Ich finde jetzt knapp 10 Fr. bei einem Gerät was ohnehin ca. 1000 Fr. kostet eher moderat, zumal die SUISA-Gebühren ja grösstenteils zweckgebunden verwendet werden (nicht so wie die MwSt., die um einiges höher ist).

      Ich empfinde die SUISA-Abgaben wie erwähnt als unnötig. Wieso muss ich nochmals für Inhalte, die ich schon einmal bezahlt habe, die mir andere Urheber kostenlos zukommen liessen oder die von mir selbst stammen?

      Das Preisargument höre ich im Zusammenhang mit dem iPhone öfters und ja, das iPhone ist teuer. Aber bloss, weil man sich ein teures iPhone leisten kann, bedeutet nicht, dass man sich auch noch allerlei andere kleinere Ausgaben leisten kann.

  2. Markus
    5. Januar 2011

    Es gibt kein iPhone und keinen iPod, der 1000 Franken kostet. Und was heisst moderat, bei einer Steuer, die einfach bedeutet, dass man zu Unrecht bezahlen muss?

    Zweckgebunden bedeutet vor allem Verwaltungskosten und Grossverlage. Und eben, da bezahlt man bereits zum zweiten Mal. Diese ganzen Steuern, es ist ja nicht nur die Suisa, gehören abgeschafft.

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    • iMarc
      5. Januar 2011

      Ja klar, schaffen wir die ganzen Steuern ab, lösen den Staat auf und führen die Anarchie ein!

      Die SUISA schüttet den grössten Teil der Einnahmen an die Interpreten/Produzenten/Verlage aus. Wie viel ein Interpret davon sieht ist vom Vertrag abhängigen, den er sich hat aufschwazen lassen. Ist er z.B. einer jener inflationären Casting-Show-Gewinner, wird er davon nicht viel sehen.

      Irgendwie geht mir die ganze Geiz-ist-Geil-Kampagne sowieso auf den Kecks. Wer nicht bereit ist für guten Content etwas locker zu machen, soll sich mit schlechtem Content und Werbung zumüllen lassen. Ich gehöre nicht dazu.

    • Martin (MacMacken)
      5. Januar 2011

      Ja klar, schaffen wir die ganzen Steuern ab, lösen den Staat auf und führen die Anarchie ein!

      Anarchie ohne SUISA? 😉

      Die SUISA schüttet den grössten Teil der Einnahmen an die Interpreten/Produzenten/Verlage aus.

      Ja, aber wieso auch für meine eigenen Inhalte? Oder Inhalte, die ich bereits gekauft oder kostenlos erhalten habe?

      Irgendwie geht mir die ganze Geiz-ist-Geil-Kampagne sowieso auf den Kecks. Wer nicht bereit ist für guten Content etwas locker zu machen, soll sich mit schlechtem Content und Werbung zumüllen lassen. Ich gehöre nicht dazu.

      Du suggerierst eine Wahlmöglichkeit, die es leider nicht gibt – an SUISA und Co. führt kein Weg vorbei. Und Inhalte hat man ja schon bezahlt, kostenlos erhalten oder selbst erstellt …

    • iMarc
      6. Januar 2011

      Richtig, Anarchie wäre dann ohne SUISA 😉

      Ich empfand die SUISA, gerade wenn man Musik im Eigenvertrieb publiziert, immer als recht hilfreich. Gerade was die öffentliche Aufführung (Radio, Partys und andere Grossanlässe) und die damit verbundenen Abrechnung anbelangt. Aber klar, wenn ich Baschi, DJ Bobo oder Gotthard heisse, sind das Peanuts. Und wenn man erst einen Status hat wie Pink Floyd, kann man selbst die eigene Plattenfirma verklagen. Davon sind aber viele Musikschaffende weit entfernt.
      Das Geräte mit HD’s SUISA-Abgabepflichtig sind, hat mit der unkontrollierbaren (verbotenen?) Vervielfältigung digitaler Inhalte zu tun. Es ist wie überall, die Allgemeinheit bezahlt für die Machenschaften einiger weniger.

      Der letzte Satz war eigentlich eher allgemein gedacht. Vor allem unsere nördlichen Nachbarn haben ein Problem mit dem Bezahlen von digitalen Inhalten (Medien, Stichwort Springer-Verlag und Tagesschau-App). Und wer meint, der jetzige Dioxin-Skandal in Deutschland habe etwas mit der Geiz-ist-Geil-Mentalität zu tun, liegt vielleicht gar nicht so falsch.

    • 2called-chaos
      6. Januar 2011

      Vor allem unsere nördlichen Nachbarn haben ein Problem mit dem Bezahlen von digitalen Inhalten

      Wieso wir zahlen doch! Für jedes elektronische und nicht elektronische (Rohlinge) Gerät unabhängig davon (wie bei euch) ob der Content einem selber gehört, schon eine Nutzungslizenz erworben wurde oder ob sich im Endeffekt „geklaut“ ist.

      Ich bin gerne bereit für guten(!) Content was zu bezahlen aber mit so einer Abgabe kommen sich ehrliche Kunden schlichtweg verarscht vor (vor allem diese die denken können, denn es wird ja nicht mal ein Hehl darum gemacht sondern so plump argumentiert wie sonst auch).

      So eine Abgabe ist weder gerecht noch gerechtfertigt sondern ein (hoffentlich) letzter Versuch ein (sehr) altes Vertriebsmodell durch Lobbyeismus am Leben zu erhalten…

      Das wäre ist so als ob in der Schule jeder mal pauschal 10% Punkte bei einer Klausur abgezogen bekommt, er könnte ja abschauen zumindest aber die Möglichkeit hat er/sie.

      Naja ich könnte noch Stunden schreiben… 🙂

    • 2called-chaos
      6. Januar 2011

      Ok, ich hab mich scheinbar für die falsche Formatierungssyntax entschieden, könntest du das vielleicht fixen Martin?

      Und mir sagen wie ich hier formatieren kann? 🙂

      Danke!

    • Martin (MacMacken)
      6. Januar 2011

      Siehst die Formatierung nun wie gewünscht aus?

      Ansonsten kannst Du Dich gerne nochmals melden, auch per E-Mail an macmacken@macmacken.com.

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