VLC vs. DRM-Zwang im iOS-App Store

VLC in der Appendium-Variante für iOS (Quelltext) ist ab sofort nicht mehr im entsprechenden App Store verfügbar – und ausnahmsweise ist dafür nicht die Apple’sche Zensur, sondern Apples Beharren auf DRM für iOS-Apps verantwortlich:

[…] Problematisch für Apple war jedoch stets der Lizenzdisput zwischen der GNU Freie-Software-Lizenz und den AppStore-Regeln. Dieser hat nun zum Entfernen der VLC-App aus dem Store-Angebot geführt.

Bereits vor zwei Monaten hatte Rémi Denis-Courmon, einer der Hauptentwickler hinter der VLC-Anwendung selbst den Konflikt ans Licht gebracht. Apple beharrte auf den AppStore-Regeln, die für alle Anwendungen eine Digitale Rechteverwaltung (DRM) vorsehen. Diese steht jedoch in eindeutigem Konflikt mit der GNU Freie-Software-Lizenz. […].

(Gelesen bei macnews.de.)

9 Comments

  1. AssetBurned
    8. Januar 2011

    die überschrift liest sich ja glatt so als wenn VLC rausgeflogen ist weil es keine DRM geschützten inhalte abspielt.
    problem ist doch eher das sich da zwei lizensen nicht unter einen hut bringen lassen. was übrigens bei sehr vielen open source programmen der fall ist.

    Reply
    • Martin (MacMacken)
      8. Januar 2011

      die überschrift liest sich ja glatt so als wenn VLC rausgeflogen ist weil es keine DRM geschützten inhalte abspielt.

      Du liest die Überschrift so … 😉

      problem ist doch eher das sich da zwei lizensen nicht unter einen hut bringen lassen. was übrigens bei sehr vielen open source programmen der fall ist.

      Genau – denn Open Source bedeutet ein Mass an Freiheit, das leider mit den meisten Unternehmensphilosophien nicht kompatibel ist.

  2. Andre
    9. Januar 2011

    es lag diesmal nicht an Apple beharren auf DRM wie du schreibst…
    Du schreibst ja selber:
    Bereits vor zwei Monaten hatte Rémi Denis-Courmon, einer der Hauptentwickler hinter der VLC-Anwendung selbst den Konflikt ans Licht gebracht.

    http://www.macnotes.de/2011/01/08/vlc-aus-app-store-entfernt/

    Reply
  3. Urs
    9. Januar 2011

    Was ist dann genau das Problem?

    Ist es weil Apple DRM Code anhäng für das Signieren und dieser Teil nicht unter der GNU GPL steht? (vermute ich) Oder dürfte man keine Software X vertreiben die ein quelloffenes DRM hat?

    Freie Software heisst ja nicht kostenlose Software, nur Quelloffen muss die Software sein. Nur sind die meisten OO Projekte halt auch gleich noch kostenlos – was zur Gleichsetzung führte.

    Reply
    • Lukas
      9. Januar 2011

      VLC untersteht der „GNU General Public License“, die GPL verlangt aber eine unbeschränkte Verbreitung der Software. Dies erlaubt Apple im AppStore allerdings nicht, was auch der Verstoss gegen die GPL und die Entfernung bedeutet.

  4. Andres
    10. Januar 2011

    @Lukas: und das ist genau der Punkt, warum ich den Mac App-Store meiden werde, wie der Teufel das Weihwasser. Die Frage ist aber leider: wie lange kann das für den Endverbraucher gut gehen. Kleinere Softwareschmieden springen ja reihenweise auf den App-Store-Zug auf und, wie im Falle von S. Teutschler und CoverSutra, vernachlässigen da schon mal die gewachsene Kundschaft und unterwerfen sich im Gegenzug brav den Richtlinien von Jobs & Co. Und das ist genau der Punkt, den ich nicht möchte. Ich sehe jedoch auch, dass Apple auf dem besten Wege ist, ein geschlossenes System aufzubauen. Da kann man nur hoffen, dass Entwickler á la VLC standhaft bleiben und weiterhin Software herstellen, die nach GNU lizensiert wird.

    Reply
    • Martin (MacMacken)
      10. Januar 2011

      OT, denn oben geht es um den iOS-App Store, nicht jenen für den Mac:

      Da kann man nur hoffen, dass Entwickler á la VLC standhaft bleiben und weiterhin Software herstellen, die nach GNU lizensiert wird.

      Wieso gibt es eigentlich nicht längst einen Open Source-«App Store» für den Mac?

    • Andres
      10. Januar 2011

      Oh, da hab ich mich im Eifer des Gefechts tatsächlich „verlesen“. Dürfte aber generell auch für den Mac App Store gelten, oder? Und das macht es ja auch nicht besser.

    • Martin (MacMacken)
      10. Januar 2011

      Ja, siehe oben verlinkten Blogartikel sowie teilweise auch die Diskussion dazu.

Leave a Reply