Apple-«Location Gate»: It’s A Bug, Not A Feature!

Apple konnte sich endlich zu einer Stellungnahme in Sachen «Location Gate» durchringen – demnach handelt es sich beim dauerhaften Speichern von persönlichen Geodaten um einen Fehler, denn sieben Tage an Geodaten genügten:

[…] The reason the iPhone stores so much data is a bug we uncovered and plan to fix shortly (see Software Update section below). We don’t think the iPhone needs to store more than seven days of this data.

Für die nächsten Wochen kündigt Apple eine iOS-Aktualisierung an, die all die Probleme rund um «Location Gate» beheben soll. Und nun sind andere Hersteller mit vergleichbaren «Location Gate»-Problemen an der Reihe …

Ach ja, Frank Rieger vom «Knowledge Brings Fear»-Weblog hat die Kommunikation von «Location Gate» als Fehler korrekt vorhergesagt (Hervorhebung durch mich):

[…] The second reason is that all Apple had to do to do the agencies a favor was to just not delete the cell tower location data it was storing anyway. No special feature needed to be designed, not many people had to be involved, just two lines of code not written. And now it all looks conveniently like a programming error. This is btw. also the way that backdoors are built into all kind of products, so called “bug-doors”. In case the whole scheme blows up, the manufacturer always has the plausible deniability of claiming that this is just a bug.

9 Comments

  1. Steinthal
    27. April 2011

    „persönliche Geodaten“: Wie „persönlich“ die Daten sind, ist bei heise.de recht gut beschrieben — was man da lesen kann deckt sich mit meinen Beobachtungen (oder „Auswertungen“) meiner consolidated.db:

    http://www.heise.de/meldung/iPhone-Positionsdaten-enthalten-kein-vollstaendiges-Bewegungsprofil-1233127.html

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    • Martin (MacMacken)
      27. April 2011

      Ja, persönlich – wenn auch nicht allzu genau, aber persönlich genug IMHO.

    • AssetBurned
      27. April 2011

      hm naja ob die stadt genau genug ist … hm da kann man gespaltener meinung zu sein. wenn ich mir allerdings das ich 2 monate in einer stadt das iphone nutze und dann nicht einmal halb so viele daten in meiner datei habe, wie ich nach 5 tage London hatte…. da scheint also nicht einmal die menge an punkten irgend eine aussage über die dauer geben zu können.

  2. iMarc
    28. April 2011

    Bei den „anderen Herstellern“ wird das ganze nicht annähernd so heiss gegessen, wie’s bei Apple gekocht wurde…
    Also ich kenn mich ja bei der, mittlerweile sehr unübersichtlich gewordenen Flut an Android-Geräten und Herstellern nicht sonderlich aus. Aber offensichtlich soll auch bei den Android-Systemen die Positionsdaten gesammelt und gar gesendet werden, (wohin auch immer…) während dies bei den Apple-Geräten nicht nachgewiesen worden konnte. Und bei einem werbe-finanzierten Unternehmen wie Google wäre ich da weitaus skeptischer bezüglich der Verwendung der Daten als bei Apple.

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    • Martin (MacMacken)
      28. April 2011

      @iMarc:

      Bei den “anderen Herstellern” wird das ganze nicht annähernd so heiss gegessen, wie’s bei Apple gekocht wurde…

      Mag sein, wobei ich mich damit nicht auskenne … in jedem Fall halte ich das Argument, bei anderen sei es noch schlechter, jeweils für ein schlechtes Argument. Und gerade Apple sieht sich selbst als «Premium» und nicht bloss «weniger schlecht».

      Aber ja, wer Geräte anderer Hersteller nutzt, sollte dort auch die entsprechenden Fragen stellen. Übrigens nicht nur bei Smartphones, sondern beispielsweise auch bei Navigationsgeräten im Auto:

      http://frank.geekheim.de/?p=1795

      Also ich kenn mich ja bei der, mittlerweile sehr unübersichtlich gewordenen Flut an Android-Geräten und Herstellern nicht sonderlich aus. Aber offensichtlich soll auch bei den Android-Systemen die Positionsdaten gesammelt und gar gesendet werden, (wohin auch immer…) während dies bei den Apple-Geräten nicht nachgewiesen worden konnte. Und bei einem werbe-finanzierten Unternehmen wie Google wäre ich da weitaus skeptischer bezüglich der Verwendung der Daten als bei Apple.

      Einverstanden, aber Apple setzt auf iAd und behält sich dafür umfassendes Sammeln von persönlichen Daten ohne Möglichkeit zum Opt-out vor … ausserdem sind die Erklärungen von Apple bezüglich «Location Gate» sowieso sehr schwammig – um es positiv zu formulieren!

    • iMarc
      28. April 2011

      Da stimme ich Dir zu: Die Aufarbeitung dieses Bugs/Features von Apple ist nicht sehr glücklich. Bloss, was bleibt Ihnen anderes übrig, als einen Fehler einzugestehen und schnellstmöglich ein Software-Update hinterher zu senden. Dass das iPhone Standort-Daten in Echtzeit sammelt und diese ggf. weitergegeben werden können, steht ja in den AGB’s (wer liest schon 117 Seiten AGB’s zu einem Smartphone…), dass das Gerät diese über längere Zeit sammelt und speichert, ist wohl niemand so direkt aufgefallen. Und die Herren Jobs, Schiller und Forstall bemühen sich jetzt, in Ihrer bekannt zynischen wie süffisanten Art, die Wogen zu glätten:

      http://mobilized.allthingsd.com/20110427/qa-jobs-and-apple-execs-on-tracking-down-the-facts-about-iphones-and-location/

      Die mediale Aufmerksamkeit, die „Locationgate“ beim iPhone ausgelöst hat, ist wohl als direkte Auswirkung des allgemeinen Medien-Hypes rund um’s iPhone zu verstehen. Woran natürlich Apple selbst auch nicht ganz unschuldig ist.

    • Mario
      28. April 2011

      Einverstanden, aber Apple setzt auf iAd und behält sich dafür umfassendes Sammeln von Persönlichen Daten ohne Möglichkeit zum Opt-out vor…

      Doch, für iAd gibt es mit oo.apple.com schon lange eine Opt-out-Möglichkeit, die auch funktioniert und mit dem aktuellen Problem auch nichts zu tun hat.

    • Martin (MacMacken)
      28. April 2011

      Das iAd-Opt-Out betrifft AFAIK nicht das Sammeln von Geodaten.

  3. Ja gut, aber … » Link-Ausschüttung KW 17/11
    1. Mai 2011

    […] Q&A on Location Data (via MacMacken): Apples halbherzige Erklärung: “It’s a Bug, Not a […]

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